Aufführungen

Auch in dieser Spielzeit können wir euch mit unseren verschiedenen Abos ein kunterbuntes Theater- und Musikprogramm bieten. Um euch auf eure spannende Spielzeit vorzubereiten, könnt ihr euch hier bei uns schon einmal über die laufenden Stücke informieren. Viel Spaß beim Stöbern.

Staatstheater

Ob Oper, Schauspiel, Komödie, Choreographien oder ein Weihnachtsmärchen - im Staatstheater werdet ihr fündig. Und deshalb erhaltet ihr hier einen kleinen Einblick in das, was euch im Staatstheater erwartet.

La traviata
Oper von Giuseppe Verdi; Libretto von Francesco Maria Piave
KAMELIEN IM KARNEVAL
Pretty Woman ohne Happy End – Verdi wusste, dass wir wiederkommen würden
Kommunikation ist der Feind der Oper. Hätte Desdemona mit Otello gesprochen: Nichts wäre passiert. Eine Aussprache zwischen Mimi und Rodolfo: Alles hätte sich in Dur und Wohlgefallen aufgelöst. Das Drama beginnt, wenn nicht gesprochen wird. Die Kurtisane Violetta sagt ihrem Verehrer Alfredo nicht, wie es um ihre Gesundheit bestellt ist, und er glaubt, dass er ihr nicht genug ist. So reist Violetta unglücklich aus dem gemeinsamen Liebesnest zurück nach Paris, wo sie der von Männern ausgehaltene Star der Gesellschaft ist. Die echte Kameliendame, Marie Duplessis, hatte einen alten Schulfreund in der Normandie, mit dem sie in einer Geheimschrift über ihre wahren Gefühle und die echten Namen ihrer zahlenden Kundschaft schrieb. Das war ihr Ventil aus der Überdruck-Kammer der Gefühle, Verdächtigungen und scheinheiligen Moralpredigten der Ehefrauen ihrer Lover. mehr

Spiegelungen
Choreographien von Stijn Celis und Kim Brandstrup
Stijn Celis ist seit der Spielzeit 2014/2015 Direktor der Ballettkompanie des Saarländischen Staatstheaters. Zwischen 2004 und 2007 war er Ballettdirektor am Stadttheater Bern. Im Lauf seiner Karriere hat er für renommierte Kompanien wie die Grands Ballets Canadiens, das Tanzensemble der Göteborger Oper, das Nederlands Dans Theater oder das Ballett der Dresdner Semperoper choreographiert. mehr

Kafkas Haus
Schauspiel nach Erzählungen von Franz Kafka
DER DUNKLE HELLSEHER

In der Schreibstube eines ZweifelndenEine große Bühne für die drei großen Tabus unserer Tage: das Zweifeln, das Fragment und das Scheitern. »Kafkas Haus« ist ein Schauspiel, das die Erzählungen des Jahrhundert-Dichters dramatisiert. Es führt uns mitten hinein in die Schreibstube des Zweifelnden, der seinen Tag militärisch genau strukturierte und in der Nacht sein wahres Talent erwachen ließ. Dann schrieb er, wie im Wahn, und oftmals vernichtete er noch vor dem Morgengrauen, wozu andere Schriftsteller statt Stunden Monate gebraucht hätten. Die expressionistischen Bilder seiner Schriften sind uns fremd geworden. Und wir verwenden den Begriff »kafkaesk« zunehmend falsch in komischen Situationen, die vielleicht etwas »gaga« scheinen. Kafka aber war ein dunkler Hellseher, der in den Überlagerungen von Bildern und der andauernden Wiederholung von Motiven nicht die Komik, sondern die Wahrheit erblickte. Die Buddhisten raten, etwas gerade dann zu wiederholen, wenn es einem langweilig vorkommt. mehr

Extravaganzen
Choreographien von David Dawson, Stijn Celis und Angelin Preljocaj

Stijn Celis ist seit der Spielzeit 2014/2015 Direktor der Ballettkompanie des Saarländischen Staatstheaters. Zwischen 2004 und 2007 war er Ballettdirektor am Stadttheater Bern. Im Lauf seiner Karriere hat er für renommierte Kompanien wie die Grands Ballets Canadiens, das Tanzensemble der Göteborger Oper, das Nederlands Dans Theater oder das Ballett der Dresdner Semperoper choreographiert.
David Dawson war Tänzer in Birmingham, London, Amsterdam und Frankfurt. Seit 2002 arbeitet er ausschließlich als freiberu? icher Choreograph – er hat insbesondere Stücke für das Niederländische Nationalballett und das Ballett der Dresdner Semperoper kreiert. mehr

Shakespeare in Love
Schauspiel mit Musik nach dem Drehbuch von Marc Norman & Tom Stoppard; Bühnenfassung von Lee Hall; Musik von Paddy Cunneen; Deutsch von Corinna Brocher
SCHREIBBLOCKKADE DELUXE

Wenn große Dichter den Degen ziehen
Sieben »Oscars« und ein Millionenpublikum vor den Leinwänden – das ist die zählbare Erfolgsgeschichte des Films »Shakespeare in Love«. Und Zählbares ist in der Welt des Theaters und des Films bei aller Liebe zur Literatur und zur Musik, zur Bühne und zur hübschen Elevin (oder zum Eleven) schon immer wichtig gewesen. Davon konnte auch Shakespeare ein Lied singen. Jener geheimnisvolle, rauflustige und trinkfeste Autor, der das Theater revolutionierte und dessen Stoffe bis heute hervorragend unterhalten. Er sucht in dieser frei erfundenen Geschichte nach Inspiration und Erfolg, denn seine Taschen sind leer und sein Magen knurrt. Sein Problem: eine Schreibblockade. Doch was Profi -Künstler durch die Auferlegung strengster Spielregeln lösen (bloß nicht kreativ sein wollen!), gelingt Shakespeare durch den Einsatz eigener Hormone. Er verliebt sich in die wunderschöne Lady Viola und hat plötzlich die Idee zu einer Liebesgeschichte, die wir als »Romeo und Julia« gut kennen. mehr

Minna von Barnhelm
oder Das Soldatenglück
Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing
DIE MUTTER ALLER LUSTSPIELE
Der Gentleman aus dem Reclamheft

Ein Offizier und Gentleman in der Klemme. Major von Tellheim hat nicht nur militärisch eine Niederlage hinter sich, sondern ist auch noch verwundet. Und als wäre das nicht schon der GAU: Er hat eine Anklage wegen Bestechlichkeit an der Backe. Schlimmer kann es für einen preußischen Offizier wohl kaum kommen. Zu allem Unglück gesellt sich auch noch eine preußischen Offizieren wohl nicht ganz fremde Eitelkeit. Immerhin gibt es Hilfsangebote von allen Seiten – vor allem, um die prekäre finanzielle
Situation des Majors zu mildern. Doch der lebt – ganz deutscher Klischee-Soldat – lieber in der »Dackelgarage«, als jemandem dankbar sein zu müssen. mehr

Nabucco
Oper von Giuseppe Verdi; Libretto von Temistocle Solera

Babylonier gegen Hebräer, Schwester gegen Schwester, schließlich Hilfe vom Feind – wer will hier was? Wer steht wofür? Ist die Welt immer so klar wie sie zu sein scheint? Nabucco ist der siegreiche Babylonierkönig, doch die eine Tochter flirtet mit dem Feind, die andere versucht ihn vom Thron zu stürzen. Eine Geschichte von Gewalt und Kalkül, Liebe, Leidenschaft und Eifersucht, das Schicksal mehr

Peterchens Mondfahrt
Familienstück ab sechs Jahren nach Gerdt von Bassewitz
SUMSEMANN STATT SMS

Ein Familienklassiker – so alt, so gut
Generationen von Menschen in Deutschland verbinden ihr erstes Theatererlebnis mit »Peterchens Mondfahrt«. Der Familien-Klassiker entsteht in der Inszenierung von Jean Renshaw nun neu und ist so viel mehr als nur das »Weihnachtsmärchen«. Die Geschichte vom Maikäfer Sumsemann, der die Kinder Peter und Anneliese bittet, ihn bei einer gefährlichen Reise auf den Mond zu begleiten, wo er sein sechstes Bein vermutet, ist ein Festival der Fantasie. Autor Gerdt von Bassewitz tat in einer Kur das, was man in einer Kur tun sollte: in sich kehren. Dabei stellte er fest, dass Talente in ihm schlummern, die er bis dato nur wenig genutzt hatte. mehr

AUF DIE PAUKE, FERTIG, LOS!
2. Kinderkonzert

Schlagfertige Musik zum Staunen und Mitmachen für Groß und Klein
Mit Musiker*innen des Saarländischen Staatsorchester mehr

Alte Feuerwache

Die Alte Feuerwache hält einiges für euch bereit. Einige Schauspiele stehen auf dem Programm: "Werwolf", "Der Streit", "Das achte Leben" und vieles mehr. Neugierig geworden? Dann lest schon mal rein...

Das Wunder um Verdun
13 Bilder wider das Vergessen

Nach dem Theaterstück von Hans Chlumberg | In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Saar
Hunderttausende französische und deutsche Soldaten starben 2016 im Stellungskrieg bei Verdun, riesige Gräberfelder erinnern an sie. Der Dramatiker und Weltkriegsteilnehmer Hans Chlumberg zieht im »Wunder um Verdun« eine bittere Bilanz. mehr

Der Streit
Komödie von Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux
UNBERÜHRTE SEELEN

Als Naturforscher noch Popstars waren
Es gibt nichts, was es nicht gibt. Seit einigen Jahren beobachten die Freizeitforscher einen neuen Haustiertrend: die Ameisenkolonie. Versandhäuser haben sich auf die Züchtung, Verpackung und den Versand von Starter-Sets spezialisiert und im heimischen Terrarium krabbeln und buddeln die neuen Mitbewohner, was das Zeug hält. Dieser Trend könnte direkt aus dem frühen 18. Jahrhundert kommen. mehr

Das achte Leben (Für Brilka)
Schauspiel nach dem Roman von Nino Haratischwili
KAKAO UND KOMMUNISTEN

Durch Georgiens Geschichte rasen
Ein Schaschlik hilft manchmal, ein Kakao immer. Stasi ist die Tochter eines wohlhabenden georgischen Schokoladenfabrikanten und damit ausersehen, das Geheimnis eines süchtig machenden Kakao-Rezepts zu erben. Nur die weiblichen Mitglieder der Familie bewahren dieses Geheimnis. So beginnt das berauschende Familienepos »Das achte Leben«. Es spannt den Bogen aus dem zaristischen Russland bis in das Nachwende-Berlin. Der SPIEGEL stufte den Roman der deutsch-georgischen Schriftstellerin Nino Haratischwili 2014 als »Buch des Jahres« ein. mehr

Werwolf
Schauspiel von Rebekka Kricheldorf
DIE KRALLEN DES VIRTUOSEN
Wenn zwei in einem hausen

Das Theater ist kein Ponyhof. Wir sind auf dem Lande, dort, wo es so schön einsam ist. Hier leben Menschen, die schon immer hier leben. Und hier lebt ein Pianist, der in der Dorfgemeinschaft angesehen ist, wenngleich er oft auf Reisen ist, sodass eigentlich nur seine Frau und seine Tochter zum Dorfbild gezählt werden. Und dann ist da diese Mordserie. Man könnte meinen, eine ganz normale Mordserie, wäre da nicht die Gewissheit, dass der Pianist auch ein Werwolf ist ... mehr

Mettlach
Ein Recherche-Projekt von Magali Tosato und Lydia Dimitrow | In Kooperation mit Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
DER SAARLAND-SAGA ERSTER TEIL
Fiktionale Geschichten aus der Region
Wer kommt woher, wer spricht welche Sprache, woher stammen die Eltern, Großeltern- und Urgroßeltern? In der Großregion vermischen sich Familiengeschichten über nationale Grenzen hinweg. Aus diesem Fundus schöpfen die beiden deutsch-frankophonen Autorinnen Magali Tosato und Lydia Dimitrow. Im Zentrum ihres Rechercheprojektes steht der Ort Mettlach im Saarland, nahe der deutsch-französischen Grenze und Sitz des Weltkonzerns Villeroy & Boch. Die Geschichte des französisch-
deutschen Familienunternehmens ist eng mit der Region verknüpft und verdankt nicht zuletzt diesen multinationalen Wurzeln den Aufstieg zu einem Global Player unter den Keramik-Herstellern. Nach einer Recherchephase vor Ort, werden die beiden Autorinnen ein vielsprachiges Theaterstück mit
fiktionalen Geschichten aus der Region schreiben und mit einem deutsch-frankophonen Ensemble auf die Bühne bringen. mehr

Tom auf dem Lande
Schauspiel von Michel Marc Bouchard | Koproduktion mit Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

PROFIS IN DER PAMPA
Ein Live-Thriller aus Kanada
Nach dem Tod seines Liebhabers Guillaume fährt der junge Geschäftsmann Tom zu dessen Begräbnis auf eine Farm in der tiefsten Provinz. Eine andere Welt, mit völlig anderen Werten und Lebensweisen erwartet ihn dort. Auf der Farm leben Guillaumes streng gläubige Mutter Agathe, die nichts von der Homosexualität ihres Sohnes weiß, und sein älterer Bruder Francis. Der will verhindern, dass seine Mutter die Wahrheit über Toms und Guillaumes Verhältnis erfährt und zwingt Tom, sich als Arbeitskollege des Verstorbenen auszugeben. Um die Lüge aufrecht zu halten, schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück. Zwischen ihm und Tom entspinnt sich ein Verhältnis aus Demütigung, Abhängigkeit und Erotik, das in der Einsamkeit des Bauernhofes mehr und mehr eskaliert ... mehr

Sparte4

Tolles Theater erwartet euch auch in diesem Jahr in der Spart4 mit unseren Abos. Und "Dosenfleisch" von Ferdinand Schmalz ist nur eines davon. Aber lest selbst...

Philipp Lahm
Schauspiel von Michel Decar
TRAUMTOR MIT FAHRRADHELM

Einen Weltmeister bei Karstadt belauschen
Jener 9. Juni 2006 könnte ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte gewesen sein. In der fünften Spielminute des WM-Vorrundenspiels Deutschland gegen Costa Rica hämmerte Torsten Frings den Ball aus 25 Metern mit Effet noch erfolglos auf das Tornetz. Wenige Sekunden später dann fällt eines der schönsten Tore dieser WM, die als »Sommermärchen« bekannt wurde: Philipp Lahm zieht von links in den Strafraum und zirkelt den Ball über den rechten Innenpfosten in die Maschen. Deutschland wurde bekanntlich »nur« Dritter bei der WM im eigenen Land, doch ein neues Wirgefühl war geboren, das selbst im Ausland gut ankam. Die Lichtgestalt dieses Sommers war jener Philipp Lahm, der für seine Fairness auf und abseits des Platzes bekannt wurde. »Live fast, die young« war einmal. Die Frings, Lehmanns und »Gentleman-Drecksäcke « mussten abtreten – übrigens nicht nur in Deutschland. mehr

Mélodie! Maladie! Mélodrame!
Ein Abend über Ingrid Caven nach Jean-Jacques Schuhl und dem Roman »Die Kameliendame« von Alexandre Dumas; Musik von Peer Raben
HOMMAGE AN EINE SAARBRÜCKERIN
Begegnung mit einer Muse

In Frankreich ist »La Caven« eine Art letzter deutscher Star – wahlweise eine neue Marlene Dietrich, Zarah Leander oder Lotte Lenya. In Deutschland wird Ingrid Caven meist nur auf ihre kurze Ehe und die lebenslange Freundschaft zu Film- und Theaterregisseur Rainer Werner Fassbinder reduziert. Ingrid Caven ist in Saarbrücken geboren, und das Saarländische Staatstheater nähert sich ihr in der sparte4 nun musikalisch und theatralisch an. Eine Renaissance erlebt die Künstlerin und Pädagogin schon seit einigen Jahren. Als diese Zeilen entstehen, spielt sie mit Helmut Berger wieder Theater in Berlin – in ihrem 80. Lebensjahr! »La Caven« ist eine Frau, die sich immer wieder häutet, immer auch den Gegenentwurf sucht, die Kehrseite, die Kulissen und die Nähte der Welt: mélodie-maladie-mélodie – so Regisseur Sébastien Jacobi. Ingrid Caven war und ist Muse, sie ist Star, und sie ist eine Künstlerin, die bis heute inspiriert und provoziert. mehr

Eure Väter, wo sind sie? Und die Propheten. leben sie ewig?
Kammerspiel nach dem Roman von Dave Eggers
WAS EIGENTLICH LÄUFT SCHIEF?
Kidnapping als Lebensentwurf

Wer trägt die Verantwortung für ein verpfuschtes Leben? Thomas ist ein 34 Jahre alter desillusionierter weißer Amerikaner. Ein vom Leben enttäuschter, ein Gebeutelter, dessen bester Freund Don obendrein zwei Jahre zuvor von der Polizei erschossen wurde. Seit dem tragischen Tod seines Freundes ist Thomas eine tickende Zeitbombe. Er sucht die Verantwortlichen für die Verfassung seines Lebens, den Tod seines Freundes, den Zustand des Landes, der Welt. Es sind keine leicht zu beantwortenden Fragen, die Thomas dazu veranlassen, Menschen zu entführen und auf einer stillgelegten Militärbasis an Zementsäulen zu ketten. Und so kidnappt Thomas nach und nach Personen, die in seiner Biografie besondere Plätze einnehmen, auch, wenn diese Menschen Thomas mitunter nie begegnet sind. mehr

Dosenfleisch
Von Ferdinand Schmalz
DAS LEBEN IST EINE AUTOBAHN
Die Schnellstraße als Schicksals-Trasse

Ferdinand Schmalz hat einen bluttriefenden Thriller über die Autobahn geschrieben. Für den Autor steht die Autobahn hier nur als Platzhalter für Größeres, ebenso wie die Molkereiprodukte in seinem Erstling »Am Beispiel der Butter« für den Turbo-Kapitalismus. Es geht um Wunden, um Unfälle, ob zufällig passiert oder willentlich herbeigeführt tut hier nichts zur Sache. Es geht um den Augenblick, in dem der Mensch erkennt, dass er nichts weiter ist als eine Ansammlung von Fleisch in einer Blechbüchse, wenn er mit zweihundert Sachen auf einen Zementpfeiler trifft. Es geht um die Physik von Dosenfleisch, um Fleischsalat, um uns – die Insassen. Und es geht um die Sekunde des Aufpralls, in der wir uns das erste Mal unseres Lebens mit all seinen Versäumnissen bewusst werden. Vermutlich – weil es gerade endet. mehr

Congresshalle

Liebhaber der klassischen Musik sind hier genau richtig. In eurem Abo sind gleich vier Sinfoniekonzerte enthalten. Und das erwartet euch.

1. Sinfoniekonzert - Schönes Spiel und bittere Ahnung
Werke von Benjamin Britten, Alban Berg und Ludwig van Beethoven
Dirigent: Marc Piolett
Sopran: Camilla Nylund
Saarländisches Staatsorchester

3. Sinfoniekonzert - Irreale Stürme
Werke von Francis Poulenc und Ludwig van Beethoven
Dirigent: Sébastien Rouland
Cembalo: Jory Vinikour
Saarländisches Staatsorchester

5. Sinfoniekonzert - Visionen
Werke von Carl Maria von Weber, Richard Strauss, Gabriel Prokofiev und Albéric Magnard
Dirigent: Jean-Yves Ossonce
Horn: Felix Klieser
Saarländisches Staatstheater

8. Sinfoniekonzert - Unter Spaniens Sonne
Werke von Isaac Albéniz, Édouard Lalo und Georges Bizet
Dirigent: Sébastien Rouland
Violine: Stéphanie-Marie Degand
Saarländisches Staatsorchester

Theater Überzwerg

Rock wie Hose
Theater Célestine Hennermann, Frankfurt am Main
Rosa mit Glitzer oder blau mit Sportmotiv – wir hören solche Beschreibungen und schon meinen wir zu wissen: Mädchen oder Junge. Doch was passiert, wenn ein Junge sich einen rosa Ranzen aussucht? Oder ein Mädchen eine Kurzhaarfrisur hat? Und wer weiß noch, dass vor etwa 100 Jahren die Farbe rosa als das „kleine Rot“ den Jungs zugeordnet war?
Das Tanzstück „Rock wie Hose“ spielt mit den geläufigen Geschlechterrollen und basiert auf einer Umfrage mit Mädchen und Jungen im Grundschulalter zum Thema „Was ist typisch für Mädchen und Jungs?“.
Dabei darf alles ausprobiert werden – Bewegungen, Klamotten, Frisuren, Requisiten – das Stück wirbelt alles einmal durcheinander.
Célestine Hennermann und ihr Ensemble wurden 2015 mit dem „Karfunkel“, dem Kinder- und Jugendtheaterpreis der Stadt Frankfurt/M., ausgezeichnet.

Stromer
Nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Sarah V. & Claude K. Dubois
Stromer ist ein Wohnsitzloser, ein Obdachloser, ein Mann, der auf der Straße lebt. Nach eisigen Nächten sehnt er sich nach heißem Kaffee. Und er hat Hunger. Früher hatte er einmal Post ausgetragen. Das ist lange her. In der Wärmestube darf er sich für eine warme Mahlzeit anstellen. Dort nach seinem Namen gefragt, kann er sich nicht mehr erinnern, also zieht er weiter: müde, frierend und hungrig. Doch dann steht plötzlich ein kleines Mädchen vor ihm und hält ihm einen Keks hin. Und sie sagt: »Du siehst ja komisch aus. Wie ein Teddy!« Dieser Keks ist der beste Keks auf der Welt. Und am Abend in der Wärmestube weiß Stromer, was er antworten kann.

Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften
Nach dem gleichnamigen Roman von Irmgard Keun
Bühnenfassung von Ela Otto
Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften, bringt alle zur Verzweiflung: den Stadtwaldwärter, auch "schleichendes Aas des Waldes" genannt, Frau Meiser, die die "Horde der rasenden Banditen" verraten hat, die ewig nörgelnde Tante Milli und überhaupt die ganze klatsch- und tratschsüchtige Verwandtschaft. Witzig und erfrischend erzählt Irmgard Keun von den großen und kleinen Abenteuern eines ganz normalen 12-jährigen Mädchens – Geschichten über Tinten-Attentate, Tee in der Cognacflasche, Wasserbombenüberfälle, Pferdeäpfelwettsammeln und alles, was man gegen langweilige Familienfeiern und anderen Kümmernisse tun kann.
Irmgard Keun zeigt ein Mädchen, das nicht bereit ist, die fantasielose Kleinbürgerwelt Anfang des 20. Jahrhunderts einfach so zu akzeptieren, wie sie angeblich ist. Kein Stück für brave Kinder.

Rico, Oscar und die Tieferschatten
Von Andreas Steinhöfel
Für die Bühne bearbeitet von Felicitas Loewe
Rico nennt sich selbst „tiefbegabt“. Zwar denkt er gut und viel, aber es dauert immer etwas länger als bei anderen Leuten. Und wenn er aufgeregt ist, klackern die Gedanken in seinem Kopf durcheinander wie in einer Bingotrommel. Zur Aufregung gibt es in diesen Sommerferien auch allen Grund: Zuerst lernt er den hochbegabten und übervorsichtigen Oskar kennen, und die beiden Jungs werden Freunde. Doch dann ist Oskar plötzlich spurlos verschwunden. Der Verdacht liegt nahe, dass „Mister 2000“ sich ihn geschnappt hat. Der kidnappt nämlich reihenweise Kinder und verlangt dann ein Lösegeld von 2.000 €.
Nun muss Rico handeln: Er überwindet seine Ängste, macht sich auf die Suche nach seinem Freund und löst nebenbei noch das Geheimnis der unheimlichen Tieferschatten im Hinterhaus.