„Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland“ gegründet

Landesjugendring Saar mit Hannah Meuler im Sprecherrat

Am Donnerstagnachmittag, dem 6. September, ist die „Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland“ zu ihrer Gründungsversammlung in den Sitzungssälen des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes zusammengekommen. Insgesamt haben über 80 Organisationen und Einzelakteurinnen und -akteure aus dem Bereich der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit zur NS-Zeit die Einladung von Bildungsminister Ulrich Commerçon zur Übernahme einer Mitgliedschaft in der Landesarbeitsgemeinschaft angenommen.

Auf ihrer Gründungsversammlung haben die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft einen neunköpfigen Sprecherrat gewählt. Zu den Aufgaben des Sprecherrates gehört es unter anderem, die Interessen der Landesarbeitsgemeinschaft gegenüber Politik, Verwaltung, Medien und Gesellschaft zu vertreten sowie Fachtagungen und Fortbildungsveranstaltungen zu organisieren. Die Jugendarbeit vertritt der Landesjugendring mit Hannah Meuler. Die 21-jährige Studierende der Sozialen Arbeit, kommt aus der DGB Jugend und ist aktiv in der Gedenkstättenarbeit mit Jugendlichen.

Der Sprecherrat der „Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland“

Didas, Jörn (Adolf-Bender-Zentrum e.V.)

Geith, Sabine (Saarländischer Museumsverband e.V.)

Groß, Rafael (Gymnasium Wendalinum, St. Wendel)

Hirsch, Dr. Frank (Arbeitskammer des Saarlandes/Dokumentationszentrum)

Hofmann, Frank-Matthias (Evangelisches Büro Saarland)

Jellonnek, Dr. Burkhard (Initiative Neue Bremm)

Kell, Dr. Eva

Klauck, Hans-Peter (Landesverband der historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes)

Meuler, Hannah (Landesjugendring Saar e.V.)

Erste wichtige gemeinsame Aktion der LAG ist das öffentliche Gedenken am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht in Saarbrücken am 9. November. Auch der Landesjugendring wird sich daran aktiv beteiligen.

Bildungsminister Ulrich Commerçon wünscht den Mitgliedern der Landesarbeitsgemeinschaft einen guten Start und betont die gesellschafts- und bildungspolitische Signalwirkung, die mit dieser Gründung einhergeht: „Die Erinnerung an die vom NS-Regime begangenen Menschheitsverbrechen ist bei uns Staatsräson. Doch wie gestaltet sich Erinnerungsarbeit, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt? Menschen, deren Erzählungen uns emotional berühren und die das Wort erheben, wenn sich Geschichte zu wiederholen droht? Jüngere Studien und Umfragen halten bereits fest: Angesichts der immer größer werdenden zeitlichen Distanz und der zunehmend fehlenden persönlichen familienbiografischen Bezüge erscheint für immer mehr Bürgerinnen und Bürger die NS-Zeit weniger wichtig als jüngere Ereignisse der deutschen Geschichte. Wir müssen also dringend neue Wege der Erinnerungsarbeit suchen. Die Landesarbeitsgemeinschaft wird hier wichtige Marken setzen.“

Die Landesarbeitsgemeinschaft soll der gesamten Erinnerungslandschaft im Saarland  eine zusätzliche gesellschaftliche Breitenwirkung verleihen und wichtige Impulse in die öffentlichen Erinnerungsdiskurse einbringen. Darüber hinaus soll sie mit dem Aufbau dauerhafter Informations- und Kommunikationsstrukturen dazu beitragen, dass sich Erinnerungsexpertinnen und  -experten aus allen Bildungs- und Gesellschaftsbereichen sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger noch gezielter über die vielen verschiedenen Angebote der saarländischen Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit informieren können.

Die „Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland“ arbeitet inhaltlich und organisatorisch unabhängig und eigenverantwortlich. Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit von der Landeszentrale für politische Bildung in Form einer Koordinierungsstelle.