„Damit kein Gras drüber wächst“ - Dreijähriges Erinnerungsprojekt

Landesjugendring Saar freut sich über Förder-Zusage vom Bund

 Saarbrücken. Der Vorstand des Landesjugendrings Saar (LJR) kann in den nächsten drei Jahren intensiver als bisher hunderte von Jugendlichen über die Zeit des Nationalsozialismus in der Region aufklären. An der Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm“ in Saarbrücken sollen hierfür künftig regelmäßig Projekttage mit Methoden der außerschulischen Jugendarbeit durchgeführt werden können. Die Förderung des LJR-Projektantrags „Damit kein Gras drüber wächst“ wurde kürzlich aus dem Haus der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, bekannt gegeben. Unterstützt wird das Projekt aus dem Förderprogramm „Jugend erinnert“. Über drei Jahre kann ab 2020 damit eine Vollzeit-Fachkraft mit dieser Aufgabe betraut werden.

„Mit dem Projekt können wir ein immens wichtiges Anliegen der Jugendverbände weiterentwickeln. Die Erinnerungsarbeit wird dabei besonders von der Methodenvielfalt unserer Jugendbildungsarbeit profitieren“, freut sich Tobias Wolfanger, Vorsitzender des LJR. „Mit dem Projekt entwickeln wir nun Bildungsformate weiter, wie sie zum Beispiel beim jährlich stattfindenden Workcamp „Buddeln und Bilden“ auf der Saarbrücker Gedenkstätte erfolgreich angewendet werden.“ Ebenso wie inzwischen das Workcamp, soll dabei auch das neue Projekt „Damit kein Gras drüber wächst“ interregional ausstrahlen und junge Menschen aus dem benachbarten Lothringen und Luxemburg mit einbeziehen.

„Die aktuellen rechtsextremistischen und menschenfeindlichen Tendenzen sind uns ebenfalls wichtige Projektinhalte“, so Wolfanger. „Unser Einsatz für das demokratische Gemeinwesen gründet auch in der Erinnerung. Der Nationalsozialismus begann mit diskriminierendem und menschenfeindlichem Hass. Er steigerte sich nach und nach bis zum Terror und Massenmord. Dies muss uns Warnung für heute sein. Und es ist uns wichtig, dass dies nicht nur an den bekannten Schreckensorten in Europa geschah, sondern auch hier in unserer Region, sozusagen direkt vor unserer Haustür.“

Besonderes Merkmal der LJR-Gedenkstättenarbeit ist die erlebnisorientierte Verknüpfung von körperlichen Pflegearbeiten auf der Gedenkstätte mit Bildungseinheiten durch junge Multiplikator*innen sowie der Einsatz von digitalen Werkzeugen. Hier gibt es bisher schon eine hervorragende Kooperation mit der Universität Trier. Ergänzender zweiter Bildungsort des Projekts wird das Historische Museum Saar sein. Teil des Museums ist eine ehemalige Gefangenen-Zelle des in der Zeit des Nationalsozialismus dort befindlichen Gestapo-Sitzes. Die Kombination von Gedenkort und ausführlicher Ausstellung machen das Historische Museum Saar zu einem bedeutenden Kooperationspartner.

Der Antrag wurde im Verbund mit der Initiative Neue Bremm gestellt und versteht sich als Beitrag zur jugendorientierten Vermittlung des Nationalsozialismus im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit. Wichtiger Kooperationspartner ist in diesem Zusammenhang auch die Landeszentrale für politische Bildung, mit der unter anderem das Internetportal www.erinnert-euch.de betrieben wird. Hier sollen auch Verlauf und Ergebnisse des Projekts dokumentiert werden.