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5. interregionales Workcamp auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm

160 junge Menschen lernten vor Ort und pflegten die Gedenkstätte

5. interregionales Workcamp auf der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm — 160 junge Menschen lernten vor Ort und pflegten die Gedenkstätte

Beim Workcamp kommen junge Engagierte aus der Großregion SaarLorLux zusammen, um sich mit der Geschichte des ehemaligen Gestapo-Lagers an der deutsch-französischen Grenze auseinanderzusetzen und gemeinsam am Erhalt der Gedenkstätte mitzuarbeiten. Im Mittelpunkt der Aktion steht der Austausch und die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt mit Gleichaltrigen, an dem am vergangenen Wochenende (6. und 7. Mai) 140 Jugendliche aus dem Saarland, Frankreich und Luxemburg teilgenommen haben.

Eindrücke vom Lageralltag der zwischen 1943 und 1944 inhaftierten Männer und Frauen gaben 20 Jugend-Scouts, die sich im Rahmen einer zweitägigen Schulung Ende April auf die Vermittlungstätigkeit für die teils französischsprachigen Teilnehmer*innen vorbereitet haben. „Ich finde es wichtig, an diesem Ort aktiv zu gedenken und diese Geschichte an die nächste Generation weiterzutragen.“, berichtet die Trierer Studentin Alisa Ali?, die bereits zum zweiten Mal als Scout beim Workcamp dabei war. Ein Apell den auch der mittlerweile 89-jährige Horst Bernard den Scouts bei einem Zeitzeugengespräch am Freitag Nachmittag mit auf den Weg gab. Hilfestellung bei den praktischen Arbeiten wie der Entfernung des Unkrauts auf den ehemaligen Barackenflächen und Wegen, bekamen die jungen Engagierten von den Auszubildenden des Garten- und Landschaftsbaus des ZBB Saar, die es mit Unterstützung der Stadt Saarbrücken auch ermöglichten eine weitere Fläche an der ehemaligen Kommandanturbaracke freizulegen, mit Schotter zu befüllen und damit sichtbar zu machen.

Besondere Wertschätzung erhielten die jungen Engagierten durch den Besuch von Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft. Die saarländische Ministerin für Bildung und Kultur, Christine Streichert-Clivot, der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt, die Beigeordnete der Stadt Sarreguemines (Saargemünd), Véronique Doh, sowie der Präsident der Universität Trier, Michael Jäckel, informierten sich vor Ort über die Veranstaltung und würdigten den Einsatz der jungen Helfer*innen. "Als Deutsche und Franzosen, als Europäerinnen und Europäer, erinnern wir gemeinsam daran, was sich hier auf der Grenze abgespielt hat. Lebendige Erinnerungsarbeit ist heute wichtiger denn je und ich bin dem Landesjugendring Saar e.V. für dieses Workcamp sehr dankbar", so die Ministerin in einer Rede vor Ort.

Auch der Angriffskrieg auf die Ukraine und die eigene Verantwortung für ein „nie wieder“ waren Themen, die nicht nur in Gesprächen aufgegriffen wurden. Ihre persönlichen Botschaften für den Frieden in Europa konnten die Teilnehmer*innen bei einer Aktion des Saarländischen Jugendrotkreuz auf große Banner sprühen. Für bleibende Erinnerungszeichen sorgten in diesem Jahr der Kettensägenkünstler Andrej Löchel, der einen »Baum der Erinnerung« anfertigte, sowie die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend an der Saar (aej saar), die eine Stele mit von den Jugendlichen gestalteten Friedensbotschaften zum Gedenken an die im Lager „Neue Bremm“ ermordeten Menschen installierte.

Das Workcamp wird durchgeführt vom Landesjugendring Saar in Kooperation mit der Universität Trier, der Landeszentrale für Politische Bildung, der Initiative Neue Bremm, dem ZBB Saar, der aej saar, der THW-Jugend, der Saarländischen Jugendfeuerwehr, dem Jugendrotkreuz im Saarland und der DGB-Jugend Saar. Interregionaler Partner ist EuRegio SaarLorLux+. Gefördert wird das interregionale Workcamp durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit und die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien im Rahmen des Förderprogramms „Jugend erinnert“.



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