09.05.2016 12:13 Alter: 1 year
Kategorie: Net Nommo

55 junge HelferInnen bei „Buddeln und Bilden“ auf Saarbrücker Gedenkstätte





Erste Gedenkstätten-Scouts werden ausgebildet


Seit Jahrzehnten pflegen Jugendliche aus den Mitgliedsorganisationen des Landesjugendrings Saar die Gedenkstätte des ehemaligen Gestapo-Lagers "Neue Bremm" in Saarbrücken. Unter dem Motto "Buddeln und Bilden" halfen am Samstag (9.Mai) 55 junge TeilnehmerInnen mit, den Erinnerungsort in einem würdigen und anschaulichen Zustand zu erhalten und zu gestalten.

An den einzelnen Standorten der früheren Baracken des erweiterten Polizeigefängnisses der Gestapo bekamen die TeilnehmerInnen einen Eindruck davon, was es hieß, damals von den Nazis verfolgt zu werden. Die jungen HelferInnen kamen von der Jugendfeuerwehr, der THW-Jugend, dem Jugendrotkreuz und der aej saar. Erstmals mit dabei waren JuniorstpendiatInnen der StudienstiftungSaar.

Sachkundige und zugleich verständliche Infos zu dem "Gestapo-Lager" erhielten sie von jungen Engagierten von der Uni Trier. Die Studierenden des Fachs Geschichte haben ein Konzept entwickelt, wie die Geschichte des Ortes während des Workcamps anschaulich vermittelt werden kann. Sie standen als "Scouts" den gesamten Tag für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Darüber hinaus boten sie z.B. über Smartphones abrufbare Text-, Bild- und Audio-Informationen. Unterstützt wurden sie von Horst Bernard, der viele Gefangene des Gestapo-Lagers interviewt hat und seit Jahrzehnten Gruppen über die Gedenkstätte führt.

Erstmals wurden am Freitag vorher und während des Workcamps sieben junge Gedenkstätten-Scouts, die künftig sachkundig Gruppen über das ehemalige Gestapo-Lager informieren können, ausgebildet.

Unterstützt wurde das Workcamp neben den Jugendverbänden von der Landeszentrale für politische Bildung, der Initiative Neue Bremm und der Arbeitskammer, dem Hotel Mercure, der Landeshauptstadt Saarbrücken und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

Infos im Internet und Facebook:
www.landesjugendring-saar.de
www.facebook.com/Landesjugendring

Info Gestapo-Lager Neue Bremm
Die im Saarbrücker Schloss residierende Gestapo-Leitstelle Saarbrücken nutzte wegen der Überfüllung der Gefängnisse von Anfang 1943 bis Ende 1944 ein Barackenlager auf der Neuen Bremm als erweitertes Polizeigefängnis. Das mit Stacheldraht und Wachtürmen gesicherte Lagergelände, ca. 150 x 80 Meter groß, mit seinen im Karree angeordneten Gefangenenblocks, Funktionsgebäuden und Wachstuben und je einem in der Mitte des Männer- wie des Frauenlagers befindlichen Löschwasserbassin, lag an der stark frequentierten Straße ins französische Forbach. In der Neuen Bremm wurden sogenannte Arbeitserziehungshäftlinge, politische Gefangene, Transporthäftlinge vor der "Verschubung" in ein Konzentrationslager, "Nacht-und-Nebel-Häftlinge", Kriegsgefangene, Sippenhäftlinge, aus "rassischen" Gründen Verfolgte und auch "Volksgenossen" mit kurzfristigen Disziplinierungs- und Erziehungsstrafen interniert, insgesamt 20.000 Menschen an der Zahl.
Nach neuesten Forschungsergebnissen lag die durchschnittliche Belegung des Lagers bei 600-800 Gefangenen. Die Namen von 82 ermordeten Häftlingen sind bezeugt, die tatsächliche Zahl der Todesopfer dürfte aber beträchtlich höher gewesen sein.

Von: Jugendserver-Saar, NL
Kategorie: Net Nommo
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