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Vollversammlung 2010

JugendleiterInnenausbildung, Medienkompetenz und die kulturelle Vielfalt Jugendlicher im Saarland:
das sind die Highlights, die sich die Jugendverbände im Landesjugendring für 2010 vorgenommen haben. Auf ihrer 92. Vollversammlung am 9. Februar 2010 in Saarbrücken haben die Delegierten der 21 Mitgliedsverbände ihre Arbeitsschwerpunkte festgelegt und mit VetreterInnen der Landtagsfraktionen aus CDU, SPD und Linken und der Landesregierung
über die jugendpolitischen Forderungen des Landesjugendrings diskutiert. Ernst-Rudolf Ollinger vom Sozialministerium vertrat die erkrankte Staatssekretärin Gaby Schäfer.
Die von den Jugendverbänden geforderte Herabsenkung des Wahlalters stieß auf unterschiedliches Echo. Während Magnus Jung von der SPD und Heike Kugler von den Linken auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels Wahlalter 16 auf Kommunalebene forderten, zeigten sich Tobias Hans (CDU) und Ernst-Rudolf Ollinger skeptischer. Für sie macht es Sinn das Wahlrecht eher an die Volljährigkeit zu koppeln. Trotzdem wollten sie einer Entscheidung der CDU/FDP/Grünen-Koalition nicht vorgreifen.
Einig waren sich die Jugendverbandsdelegierten und PolitikerInnen weitgehend darin, dass Kinder und Jugendliche in den Kommunen möglichst altersgerecht und projektorientiert beteiligt werden müssten. Der Landesjugendring fordert, dies gesetzlich zu verankern. Alle politischen VertreterInnen stimmten ebenfalls darüber überein, dass die außerschulische Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag im Bildungsbereich leiste und dementsprechend wie die Schulen und Hochschulen
finanziell zu stärken sei.Beschlossen wurde im Jahresprogramm, dass künftig auch verbandsübergreifende Seminare zur Qualifizierung nach dem
Standard der Jugendleitercard (Juleica) angeboten werden. „Im Landesjugendring können wir hervorragend gemeinsame Ziele und Ausbildungsinhalte bündeln.Deshalb bieten wir Zusatzqualifizierungen zum Schutz der Kindeswohls in der ehrenamtlichen Jugendarbeit und Seminare zur Förderung der Jugendarbeit an“ erklärte Heike Weber vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft.
Zum 31.12.09 gab es in den saarländischen Jugendverbänden 1232 Ehrenamtliche mit gültiger Juleica.
Das heiße Eisen „Kulturelle Vielfalt“ packt der Landesjugendring 2010 ganz praktisch an: „Wir haben Kontakte zum Verband jüdischer Jugendlicher, zur Alevitischen Jugend, zur Jugend der Islamischen Gemeinde und zu JunOst,
dem Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland geknüpft“, erklärte Frank Kettern vom LJR-Vorstand.
Einige VertreterInnen dieser Organisationen konnten als Gäste begrüßt und es konnten gegenseitige Einladungen für dieses Jahr ausgesprochen werden: so zum Beispiel zum Workcamp der Landesjugendrings am 8.Mai auf der Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm“ und zu einer Berlin-Fahrt des jüdischen Jugendverbands Anfang Juni nach Berlin. Dieser freut sich auf nicht-jüdische Begleitung von anderen Jugendverbandsmitgliedern ab 18 Jahre. Zum „Vielfalt“-Schwerpunkt wird im Herbst in Kooperation mit dem
Landkreis Merzig-Wadern auch eine Malaktion auf Plakatgroßfl ächen geben. Jugendverbände werden zum Thema riesige Plakate selbst gestalten und dafür werben, dass Vielfalt unsere Gesellschaft bereichert.
Falls finanzierbar, wird das Projekt auf weitere Landkreise ausgedehnt.
Auch der Jugendserver-Saar, das Internet-Projekt des Landesjugendrings, wird 2010 viel von sich Reden machen. Am 22.4. startet das inhaltlich und grafi sch komplett überarbeitete Portal www.jugendserver-saar.de neu. Aufgrund der großen Nachfrage werden auch die Projekttage KomComm für SchülerInnen und Jugendgruppen verstärkt angeboten. Dort werden
Jugendliche ab 11 Jahre für soziale Netzwerke ausgebildet, so dass sie in der Lage sind, technisch und sozial kompetent darin im Internet zu kommunizieren. Auch sind Persönlichkeitsrechte und Datenschutzfragen in diesen Schulungen ein Topthema.

Workcamp 2010

Auch zum 65. Jahrestag der Befreiung von den Nazis hält die Landesjugendring-Aktion die Erinnerung an die Folterstätte durch das Workcamp „Buddeln und Bilden“ wach.

Insgesamt 25 junge Freiwillige, meist aus den Mitgliedsverbänden des Landesjugendrings, spendeten am Samstag (8.Mai) ihre freie Zeit, um die Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm“ in Saarbrücken zu pflegen und die Standorte der damaligen Baracken sichtbarer zu machen. Catharina Becker vom Vorstand des Landesjugendring freute sich über die teilnehmenden ZeitspenderInnen: „Das Interesse an unserem Workcamp zeigt uns, dass die Jugendlichen wissen wollen, was in der NS-Zeit konkret im Saarland – direkt vor unserer Haustür – geschah.“
Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers gab es dann auch mehr als genug zu tun: die Info-Tafeln mussten gesäubert, jede Menge Unkraut gerupft und der Löschteich gereinigt werden. Hinzu kam eine etwa 100 Quadratmeter große Fläche der ehemaligen „Waschbaracke“, die von der Grasnarbe zu befreien war. In den nächsten Wochen wird sie vom Grünflächenamt der Stadt Saarbrücken mit Schotter gefüllt. Nach und nach sollen so alle Barackenstandorte, die jetzt noch durch Grasbewuchs fast verdeckt sind, gut sichtbar werden.
Es blieb jedoch nicht beim Buddeln. Mit dem sachkundigen Referenten Horst Bernard von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes wurden die TeilnehmerInnen auch mit den Fakten des damaligen Tatortes der Nazi-Diktatur vertraut gemacht. Er berichtete anschaulich und gespickt mit beispielhaften Einzelschicksalen der tausenden Insassen und hunderten Toten den schlimmen Alltag der Häftlinge. Auch die Täter, meist Einheimische aus der Region, blieben nicht unerwähnt. Da blieb die Frage nicht aus, ob sich so etwas heute wiederholen und ob man nicht selbst zum Täter werden könnte. Einfache Antworten darauf sind nicht möglich, aber Horst Bernard löste mit seinen eindrücklichen Schilderungen viel Nachdenklichkeit bei den ZuhörerInnen aus.
Diese wurde noch verstärkt durch die berührende szenische Lesung „Spiel auf der Grenze“ der Theaterkompanie von Gabriele Bernstein, in der, zum Teil aus Originaldokumenten zitiert, Gefangene und Wärter zu Wort kamen. In fiktiven Szenen wurde anschaulich konkretisiert, wie im alltäglichen Lager-Leben Menschen die Würde anderer verletzten: von verachtenden Sprüchen bis hin zu körperlicher Folter und Mord.
Das Workcamp des Landesjugendrings wurde ganz bewusst zum 65. Jahrestag des Kriegsendes durchgeführt. Holger Meuler, der Vorsitzende: „Für uns ist der 8. Mai ein Grund zum Erinnern und ein Grund zum Feiern: Denn der Sieg der Alliierten bedeutete die Befreiung von der NS-Herrschaft und bildet damit die Grundlage unserer Demokratie.“
Ein dickes Dankeschön gilt vor allem den ZeitspenderInnen von der Jugendfeuerwehr Püttlingen, der AWO-Jugend, dem Jugendrotkreuz, den Falken, der DGB-Jugend, Juz-united und weiteren Jugendlichen. Ein herzliches Dankeschön auch an die Kooperationspartner von der Landeszentrale für Politische Bildung und der Initiative Neue Bremm. Bemerkenswert ist ebenfalls die langjährige und bewährte Unterstützung des Grünflächenamtes der Landeshauptstadt und des benachbarten Hotels Mercure. Finanziell unterstützt wird das Workcamp vom Landesjugendamt des Saarlandes.

Projekt: Vielfalt ganz Gross I

Jugendliche sprühen für mehr Toleranz
Ungewöhnliche Plakatgroßflächen im LandkreisMerzig-Wadern
Ein Plakat mit einer Weltkugel,auf der bunte Strichmännchen stehen, begleitet von den Sprüchen „Alle für einen“ und „Einer
für Alle“: An einer Bushaltestelle in Beckingen,wo sonst für Handys oder Bier geworben wird, fällt das selbst gemachte
Plakat etwas aus dem Rahmen. Die Gruppe der Katholischen Jugend aus Erbringen hat das Kunstwerk in einem Graffiti-Workshop Ende Oktober in Merzig
entworfen, um damit für mehr Toleranz untereinander zu werben. An insgesamt zwölf Standorten im Kreis Merzig-Wadern sind derartige Botschaften
zu sehen, bis Ende November sollen sie ein demokratisches Miteinander fördern und gegen rechtsextremistische Orientierungen
Farbe bekennen. Die Aktion nennt sich „Vielfalt ganz gross“ und wurde vom Landesjugendring Saar ins Leben gerufen, unterstützt vom Landkreis Merzig-
Wadern, dem Programm „Vielfalt tut gut“ und dem Bundesministerium für Familie,Senioren, Frauen und Jugend.
Zwölf Jugendgruppen haben also Stift und Sprühdose geschwungen, um ganz individuell die Th ematik in Bilder zu fassen.Im Einzelnen sind das die Evangelische
Jugend Merzig, die Jugendrotkreuz-Gruppen von Reimsbach-Oppen sowie Ballern-Fitten/Hilbringen, die Jugendzentren von
juz-united aus Losheim, Wadern und Merzig, die DGB-Jugend Merzig und die Jugendfeuerwehr Weiskirchen. Besonderes Aufsehen und etliche Telefonanrufe bei
Gemeindevertretern erregten drei gleiche Plakate der Katholischen Jugend Losheim, Wadern und Weiskirchen, auf denen ganz groß „Ausländer raus“ zu lesen war. Man
musste schon genau hinsehen, um den Sinn dahinter zu verstehen. Damit wurde aber genau das erreicht, was Ziel der Aktion
ist: Zum Nachdenken anregen.Die Plakatwände sind aber nur ein Teil des Projektes „Vielfalt ganz gross“: Auf der
Internetseite www.vielfalt-ganz-gross.de sind selbst erstellte Videoclips von Jugendlichen zu sehen, die sich mit Zivilcourage und Hilfsbereitschaft auseinandersetzen
oder die Sprüher bei der Arbeit zeigen.
Auf der Seite finden sich auch Fotos undStandorte der Plakate, damit jeder sich selbst ein Bild machen kann. Oder man
wartet bis Anfang 2011, da veröff entlicht der Landesjugendring Saar einen SchülerInnen-Kalender mit den schönsten Aufnahmen der „Vielfalt tut gut“-Projekte aus
dem Kreis. Da hat man dann ein ganzesJahr etwas zum Nachdenken und genau Hinsehen.

Projekt: Vielfalt ganz gross II

Bunt statt braun, Vielfalt statt Einfalt,und das bitte groß und farbig.
Am 23. Oktober 2010 fiel der Startschuss für die Aktion "Vielfalt ganz gross" des Landesjugendring Saar und
dem Landkreis Merzig-Wadern im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut".
Ziel der Kampagne: Jugendliche aus dem ganzen Landkreis sollen Plakatwände zu den Themen Toleranz und Demokratie gestalten,
die ab November dann öff entlich zu bestaunen sind.
Über 30 Jugendliche waren zu dem Eröffnungsworkshop ins Jugendhaus Merzig gekommen, um von dem professionellen Sprayer Frederick Brockmeyer zu erfahren, wie man richtig mit Sprühdosen umgeht
und wie man vor allem die eigenen Ideen auf die große Leinwand bringt. Da wurde viel probiert, gezeichnet, geschnitten und gefachsimpelt. Die 11- bis 18-Jährigen
TeilnehmerInnen, die von der Katholischen Jugend/BDKJ und dem Jugendrotkreuz aus Reimsbach-Oppen, Erbringen, Merzig, Losheim und Weiskirchen angereist
waren, legten sich auch richtig ins Zeug und konnten insgesamt 5 Plakatwände gestalten. Dabei wurden das Thema "Vielfalt" ganz unterschiedlich interpretiert:
Neben Bezügen zur aktuellen Politik gab es Plakate zur Religionsfreiheit oder zu Menschen mit Behinderung. Davon konnte sich auch die Landrätin
des Kreises Merzig-Wadern,Daniela Schlegel-Friedrich,persönlich vor Ort überzeugen.
An der Aktion "Vielfalt ganz groß" beteiligen sich insgesamt 12 Jugendverbände, u.a. noch die Jugendfeuerwehr, die evangelische Jugend, juz-united und die
DGB-Jugend. Begleitend dreht das Team von Fresh-TV Videoclips, und lässt die zu Wort kommen, die mit Spritzigkeit und Sprühdose zu Werke gehen.

Seminar zur Maßnahmenförderung

„Wie bekomme ich einen Zuschuss zum Sommerzeltlager der Kindergruppe? Wie kann das Juleica-Seminar zur Fortbildung von GruppenleiterInnen gefördert werden? Wie fülle ich die Antragsformulare aus? Was wird von einem Maßnahmenbericht verlangt? Gibt es auch Zuschüsse für die Einrichtung unserer Jugendräume?
Etwa 25 Verantwortliche aus Jugendorganisationen von Orts- bis Landesebene, vom Jüdischen Jugendverband bis zur BUNDjugend nahmen sich am 4. September einen ganzen Samstag Zeit, um sich in diesen Fragen fit zu machen. Rolf Fickeis, Dozent der HTW Studiengang „Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit“ referierte zunächst die gesetzlichen Grundlagen der Maßnahmenförderung des Landes und ging dann auf die Bedingungen
ein, die erfüllt sein müssen, um eine Förderung für Freizeitmaßnahmen, Bildungsmaßnahmen, Mitarbeiterschulungen und Internationale Begegnungen zu bekommen. In kleinen Arbeitsgruppen spielten die TeilnehmerInnen dann ganz konkrete Maßnahmen mit Programm sowie Kosten- und Finanzierungsplan durch.
Viele Fragen stellten sich, die gemeinsam mit den TeamerInnen des Seminars bearbeitet wurden.
Renate Stadtfeld, Landesreferentin des Jugendrotkreuzes, erläuterte anschließend die Förderbereiche der Landkreise und des Regionalverbands von den Materialkostenzuschüssen bis zur Maßnahmenförderung anhand einer Synopse die einen Überblick über alle Kreisförderungen und die Landesebene gibt. Georg Vogel, Geschäftsführer vom Landesjugendring, ging dann schließlich auf Projektfördertöpfe des Landes und Vergabe-Richtlinien für Gelder aus Toto-Mittel ein.
Das war natürlich viel theoretischer Stoff, der nicht so leicht in einem Rutsch verdaubar ist und so freuten sich die Anwesenden über eine dicke Info-Mappe, in der alle Powerpoints, gesetzlichen Regelungen Formulare sowie Kontaktadressen nochmals schriftlich zur Verfügung gestellt wurden. Und wer nicht dabei war, bekam alles übers Internet im Th ema der Woche
des Jugendserver-Saar übersichtlich und kompakt dargeboten. Eine Serviceleistung mehr, die ohne einen starken Landesjugendring
nicht denkbar ist!Dieser Themenbereich wird ebenfalls 2011 vertieft, da weitere Nachfrage – insbesondere bei der Dokumentation eigener Maßnahmen in Berichten – geäußert wurde

Werkstatttreffen: Vernetzung der Juleica-Ausbildung

„Ein Klimafrühstück, die kreative und wohl schmeckende Bildungseinheit der Naturfreundejugend wird voraussichtlich demnächst in der Bildungsarbeit des Jugendrotkreuz zum Einsatz kommen.
Andere Mitgliedsverbände interessierten sich für die Ausbildungsmodule für Demokratie und gegen Rechtsextremismus des Netzwerkes für Demokratie und Courage. Juz-united bietet seine Ausbildungseinheiten zu Öffentlichkeitsarbeit,
Projektmanagment und Antisexismusarbeit an. Mitgliedsorganisationen bilden einen ReferentInnenpool der von allen angefragt werden kann.
Andere wiederum stellen Räume für Tagesseminare zur Verfügung.
Dies sind nur einige Ergebnisse des ersten Juleica-Werkstatt-Treff ens, das der Landesjugendring am 28. September abends in Saarbrücken organisiert und moderiert hat und das mit 10 Mitgliedsverbänden und 25 Verantwortlichen gut besucht war. Zuvor jedoch gab es in Kleingruppen einen intensiven Austausch über die unterschiedlichen Konzeptionen der Jugendleiterausbildung.
Denn die kirchlichen Jugendverbände setzen ihre Schwerpunkte anders als die Jugendfeuerwehr oder die THW-Jugend. Und auch die AWO-Jugend
und die Falken setzen andere Akzente als die Karnevalsjugend. Das machte den TeilnehmerInnen auch wiederum deutlich, dass eine Grundausbildung in
großen Teilen separat ablaufen muss. Und dennoch: Zur weiteren Fortbildung sollte man sich gegenseitig Veranstaltungen auch zugänglich machen, was Synergien erzeugt und auch so manche Maßnahme nicht wegen TeilnehmerInnen-Mangel ausfallen lässt.
Offen diskutiert wurde noch die gegenseitige Anerkennung der Juleica, die für die TeilnehmerInnen nicht in Frage gestellt wurde. Klar war aber auch, dass beim Verbandswechsel hier und da noch verbandsspezifische Module nachqualifiziert werden müssen, um als Jugendleiter tätig werden zu können.
Der Landesjugendring stellte den Rahmen für diese Werkstatt und der Anfang ist viel versprechend. Module, ReferentInnen und gegenseitige Angebote werden nun von ihm gesammelt und auf verschiedenen Wegen – zum Teil auch im Internet – publik gemacht. Erste Maßnahmen sind schon gegenseitig angeboten: so ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Spieleseminar. Der Anfang ist gemacht und die Arbeitsgemeinschaft von 21 Kinder- und Jugendverbänden will für die Nachhaltigkeit dieser Kooperationen sorgen.“

Jugendpolitische Gespräche 2010

CDU-Fraktion am 02.02.2010
Auf zum Teil neue Gesichter in der CDULandtagsfraktion trafen die Mitglieder des Landesjugendring-Vorstands am 2.Februar, als sie mit dem Arbeitskreis Soziales der CDU-Fraktion unter Leitung von Hermann-Josef Scharf über aktuelle jugendpolitische Th emen diskutierten.
Zunächst präsentierten die LJR-Verantwortlichen die Schwerpunkte ihrer Arbeit aus den letzten zwölf Monaten. Stichworte waren: das Partizipationsprojekt „DingDeinDorf“, Initiativen zum Schutz des
Kindeswohls in der ehrenamtlichen Jugendarbeit, die Juleica als Qualitätssiegel für JugendleiterInnen, die Aktionen der Jugendverbände im Superwahljahr sowie die Medienkompetenzprojekte des Jugendserver-Saar.
Tobias Hans, der neue jugendpolitische Sprecher der CDU interessierte sich besonders für die Projekttage KomComm, bei denen der Jugendserver-Saar Kids ab 12 Jahre den sozial und technisch kompetenten Umgang mit Social communities näherbringt und diese anschließend für Gleichaltrige, Eltern oder LehrerInnen als MultiplikatorInnen tätig werden können. Er unterstützte das Anliegen des Landesjugendrings, die neuen Medien nicht nur von ihren Gefahren her sondern auch aus dem Blickwinkel der
Chancen für die Sozialisation und das Lernen der Jugendlichen
zu betrachten. Ebenfalls auf positive Resonanz stieß das LJR-Beteiligungsprojekt „DingDeinDorf“, mit dem Kinder und Jugendliche
2008 im gesamten Land Städte und Gemeinden auf ihre Jugendfreundlichkeit und Jugendtauglichkeit testeten. Catharina Becker vom LJR Vorstand warb in diesem Zusammenhang zudem dafür, im Kommunalen Selbstverwaltungsgesetz zu regeln, dass Kinder und Jugendliche bei sie
betreffenden Fragen beteiligt werden müssen – und nicht nur können. Der Vorstand setzte sich bei der CDU-Fraktion erneut auch für die Herabsetzung des Wahlalters bei Kommunalwahlen ein, das schon in sieben Bundesländern eingeführt worden ist. Die CDU-VertreterInnen sehen dieses Anliegen skeptisch, wollten sich aber im Gespräch noch nicht abschließend festlegen.
Weiteres Th ema war die Suchtprävention. Präventionsprojekte wie „Volle Peilung“ von Juz-united seien sinnvoll und müssten weiter gefördert werden. Hinzu komme aber auch, so die gemeinsame Meinung, die Durchsetzung der Jugendschutzgesetze, die keiner Verschärfung sondern nur
der konsequenten Anwendung bedürften.Schließlich erinnerte der Landesjugendring die FraktionsvertreterInnen an das
Versprechen der Koalitionsvereinbarung „die grundsätzliche Handlungsfähigkeit des Landesjugendrings“ zu gewährleisten.
„Wer die Handlungsfähigkeit der Arbeitsgemeinschaft nicht gefährden will, muss den Etat des LJR deutlich erhöhen!“ betonte Mark Harlos, der Kassierer des LJR. Hermann-Josef Scharf konnte diesbezüglich noch keine abschließende Antwort geben, verwies aber auf die anstehenden
Haushaltsberatungen, bei denen diese Frage geprüft werde. Er sprach schließlich den anwesenden Verantwortlichen des Jugendrings, stellvertretend für alle in den Jugendverbänden aktiven MitarbeiterInnen, seine Anerkennung für die vielfältigen Leistungen in der saarländischen Jugendarbeit aus.

 

Sozialministerin Kramp-Karrenbauer am 12.03.2010
Gute Nachrichten für die Kinder- und Jugendverbände im Saarland: Entsprechend der in der Koalitionsvereinbarung der Landesregierung
getroff enen Zusagen, sollen zur Stützung des ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit noch in diesem Jahr 1,5 neue Stellen für BildungsreferentInnen bei den Mitgliedsverbänden der Arbeitsgemeinschaft geschaff en sowie die Handlungsfähigkeit des Landesjugendrings gesichert werden. „Die Zusagen des Koalitionsvertrags an die Jugendverbände
werden umgesetzt“, so Kramp-Karrenbauer zu den Leitungskräften des Jugendrings am vergangenen Freitag in einem konstruktiven
Meinungsaustausch. Gemeinsam stimmten Jugendverbände und Ministerin in dem Gespräch zudem überein, die Partizipation in den Kommunen
zu stärken. „Ohne ausreichende Beteiligungschancen verpassen wir die Chance, dass junge Menschen sich mit unserem Gemeinwesen identifi zieren und es aktiv mit gestalten“, betonte der Vorsitzende des Jugendrings, Holger Meuler. Deshalb sprechen sich beide Seiten für direkte und zeitlich überschaubare Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche aus. „Das Projekt DingDeinDorf des Landesjugendrings aus dem vergangenen Jahr hat hier Maßstäbe gesetzt“, so die Jugendministerin.
Mit DingDeinDorf wurden saarländische Kommunen auf ihre Jugendfreundlichkeit und –tauglichkeit getestet und in zehn ausgewählten Städten und Gemeinden konkrete Vereinbarungen für Verbesserungen zwischen Jugendlichen und Bürgermeistern getroffen. Weitere Themen des Gesprächs waren u.a. die Schul- und Hochschulpolitik sowie die
Präventionsarbeit.

Zum Landeshaushalt 2010
Mit der SPD-Fraktion am 13.04.2010
Mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 21.04.2010
Mit der Fraktion der Linken am 23.04.2010
In diesen Gesprächen stellte der Vorstand intensiv die haushaltspolitischen Positionen des Landesjugendrings vor und mahnte insbesondere die Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen zu den BildungsreferentInnen und dem Landesjugendring an.

 

28.06.2010 Jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Magnus Jung
„Die Jugendleiterausbildung in den Mitgliedsverbänden ist der zentrale Schlüssel zur Qualifi zierung unserer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Dort lernen sie, Kinder stark zu machen und sie dabei zu fördern, auch „Nein“ sagen zu dürfen.“ Dies betonte Holger Meuler, der Vorsitzende des Landesjugendrings, am 28. Juni in einem Gespräch mit dem jugendpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Magnus Jung, in Saarbrücken. Hintergrund ist die derzeitige Diskussion um sexualisierte Gewalt in Institutionen wie Schulen, Internate und im Jugendhilfebereich, zu dem auch die ehrenamtliche Jugendarbeit gehört. Magnus Jung unterstützt diesen präventiven Ansatz: „Die verpflichtende Vorlage von Führungszeugnissen für die ehrenamtlich Tätigen in der Jugendarbeit wäre der falsche Weg. Bei tausenden von Freiwilligen ist ein solches bürokratisches und letztlich nicht aussagekräftiges Instrument nicht zielführend. Es ist unangemessen im Aufwand und erhöht die Hürden für freiwilliges Engagement.“
Ein derzeit auf Bundesebene entstehendes Kinderschutzgesetz habe, so beide Gesprächspartner, die besonderen Bedingungen
ehrenamtlicher Jugendarbeit zu betrachten. Catharina Becker erläuterte weiter: „Örtliche Initiativen, Gruppen und Verbände sollten vorbeugende Maßnahmen erarbeiten, die die Aufmerksamkeit der Ehrenamtlichen in den Organisationen zum Schutz der Kinder gegen Gewalt jeder Art innerhalb der eigenen Reihen, aber auch von außen sensibilisiert.“
Dazu gehörten neben der Ausbildung z.B. Selbstverpflichtungen der Verantwortlichen, Ansprechpersonen für die Eltern, Präventionsbeauftragte und die Unterstützung durch externe Fachkräfte. Auch der Landesjugendhilfeausschuss, in dem Regierung, Landtagsfraktionen und Jugendhilfeträger über wichtige Fragen der Kinder- und Jugendpolitik beraten, war Gesprächsthema.
Beide Seiten zeigten sich unzufrieden darüber, dass dieses wichtige Landesgremium lange nach Beginn der neuen Legislaturperiode bisher noch nicht konstituiert ist.
Weitere Diskussionspunkte waren die zunehmenden Klagen von BürgerInnen gegen Kinderlärm und die Auswirkungen der Schuldenbremse für die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in künftigen Landeshaushalten.

Zu den Kürzungen beim Landesjugendring und den Freizeitmaßnahmen
25.10.2010 Sozialministerin Kramp-Karrenbauer
02.11.2010 CDU-Fraktion
09.11.2010 SPD-, Linke-,FDP-Fraktion
10.11.2010 Bündnis 90/Die Grünen

Wie jedes Jahr, so brachte auch in diesem Herbst der Landesjugendring seine Vorstellungen zum jugendpolitischen Teildes Landeshaushalts ein. Besonders die Kürzung beim Landesjugendring und den Freizeitmaßnahmen wurden intensiv besprochen.

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