
"Wenn wir das Saarland für die Zukunft fit machen wollen, müssen wir die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche noch stärker als bisher in den Blick nehmen." Catharina Becker, Vorsitzende des Landesjugendrings Saar, brachte damit die am Donnerstag (9.2.2012) in Saarbrücken auf der Vollversammlung beschlossenen jugendpolitischen Positionen auf den Punkt. In ihnen tritt der Landesjugendring u.a. für kleinere Klassen in den Schulen ein und fordert für die außerschulische Bildung in den Kinder- und Jugendverbänden bessere Rahmenbedingungen. So sollen die 2011 vorgenommen Kürzungen beim Landesjugendring zurückgenommen und mehr BildungsreferentInnen zur Ausbildung der JugendleiterInnen gefördert werden. Ebenso sollen bessere Freistellungsregelungen für Ehrenamtliche umgesetzt werden.
Auch zur künftigen Gemeinschaftsschule bezieht der Landesjugendring Position. Er begrüßt die Einführung, fordert aber eine bessere Finanzierung sowie einen Stundenplan, der genügend Raum für außerschulische Jugendarbeit zulässt. Angemahnt wird, dass Bildung kein Experimentierfeld sei. "Schülerinnen und Schüler sind keine Versuchskaninchen. Wir fordern eine nachhaltigere Steuerung und ein Ende des Aktionismus, wie er zum Beispiel durch die überhastete Einführung von G8 und die neue Oberstufenreform betrieben wurde", heißt es in dem Beschluss. Gegebenenfalls sei eine Verschiebung der Einführung auf das übernächste Schuljahr zu bedenken.
Mit dem Verband der russischsprachigen Jugend JunOst und dem Bund der Alevitischen Jugend (BDAJ) wurden auf der Vollversammlung erstmals zwei Jugendgruppierungen aus dem Spektrum der Migrantenorganisationen als Anschlussmitglieder aufgenommen. Catharina Becker freut sich über den einstimmigen Beschluss der Vollversammlung: "Der Landesjugendring vereint schon jetzt ein sehr buntes Spektrum von unterschiedlichsten Jugendorganisationen. Mit den Neumitgliedern JunOst und der Alevitischen Jugend spiegeln wir die Vielfalt der im Saarland lebenden jungen Menschen noch besser wieder."
Zur Landtagswahl will die Arbeitsgemeinschaft von nunmehr 24 Mitgliedsverbänden mit einer "Wahlwutz" (www.wahlwutz.de) über die zur Wahl stehenden Programme und Personen informieren sowie junge Menschen zur Beteiligung mobilisieren. Gemeinsam mit der Bundes- und Landeszentrale für Politische Bildung sowie der Arbeitskammer ist es dem Landesjugendring gelungen, das bundesweit anerkannte Online-Tool "Wahl-O-Mat" zur Landtagswahl zu akquirieren. Ab Anfang März können Interessierte zu 38 wahlkampfrelevanten Thesen online Stellung beziehen und so herausfinden, welche zu einer Wahl zugelassene Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht.
Als Gäste konnte der Vorstand Simone Peter (Grüne), Magnus Jung (SPD) und Heike Kugler (Linke) aus den Landtagsfraktionen begrüßen. Ebenso hieß er die Leiterin des Landesjugendamts Maria Luise Blum und den Vorsitzenden des Landesjugendhilfeausschusses Peter Barrois willkommen.
