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04.04.2011 10:15 Alter: 1 year
Kategorie: Unterwegs, Neues aus den Mitgliedsverbänden

DGB Jugend in Israel: Teil 9

Holocaust Überlebende

Holocaust Überlebende

Feuerwehr

Feuerwehr

Eine Delegation der DGB-Jugend West besucht die Partnergewerkschaft Histadrut in Israel. Abwechselnd schreibt einer der TeilnehmerInnen über die Erlebnisse.

Montag 04.04.2011 Tag 9

Auch für mich heute die Aufgabe ein Tagebucheintrag über den heutigen Tag zu schreiben.

Ein Abbild über den 04.04.11 in Israel, ein Bericht über Erlebnisse der Delegation, ein persönlicher Eindruck, ein Ausdruck von Empfindungen.

Doch eigentlich nur eine Aneinanderreihung und Zusammenfassung aller Facebook und Twittereinträge und Fotos aller Beteiligten. Ein zugegeben interessanter, aber dann doch nur ein zu einfach zu erzählender Text über den Besuch der Bezirksvertretung der Histadrut in Givatayim, den Besuch der örtlichen Feuerwehr, ein Treffen mit Betriebsräten, dem darauffolgendem Essen, über sinnvolle sowie sinnfreie Gespräche, und lustige Momente. Also kurz gesagt dem Alltag der Delegation.

Man kann über Schicksal denken was man will, doch persönliche Schicksale können, wie mir der heutige Tag zeigte, den eigentlich zu beschreibenden Delegationsalltag in Sekunden verändern.

So verändern, wie ein Attentat eine belebte Straße verstummt, wie eine Nachricht Sicherheit zu Bedrohung werden lässt, wie ein Zaun zu einer Mauer wird, wie eine Mauer Nachbarn zu Feinden macht, wie ein Einzelschicksal ein nüchternes Museum zu einer greifbaren Geschichte macht.

So wie heute Nachmittag ein Zeitzeugengespräch eine Geschichte zu einer Botschaft macht!

Eine unter vielen Geschichten über die Schicksale der Juden in Dritten Reich.

Detailliert erzählten drei Überlebende des Holocaust ihre persönliche Geschichte, doch stellvertretend für über 6 Millionen Menschen.

Ein Tagebucheintrag über Verfolgung, Vergewaltigung und Vernichtung,

ein Versuch, uns einen Eindruck ihres Überlebenskampfes zu schildern

ein Bericht über schreckliche und unfassbar unmenschliche Leidenswege

ein Ausdruck von dem Verlust aller Hoffnungen!

Durch vorgetragene Lieder, welche genau die vor uns sitzenden, alten, teilweise unter Krankheiten leidenden Menschen von Zeitzeugen zu Botschaftern macht!

Eine Botschaft, den Kampf gegen Hass, gegen die Ignoranz und Intoleranz, gegen das Leugnen,

gegen Rassismus und vor allem gegen das Vergessen weiter zu kämpfen!

Eine Botschaft, ihre stellvertretende Geschichte weiter zu erzählen

Und "einen Teufel", wie sie Hitler und stellvertretend alle ihre Mörder und Vergewaltiger heute beschrieben nie mehr nur im Ansatz in unserem ach zu einfachen Alltag zu akzeptieren!

Diesen Teufel zu bekämpfen!

 

Shalom, Julian

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Von: Jugendserver-Saar
Kategorie: Unterwegs, Neues aus den Mitgliedsverbänden
www.saarclip.de
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